Jägerbüchse M/1810 UM M/1835/47


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Jägerbüchse M/1810 UM M1835/47 von rechts


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Jägerbüchse M/1810 UM M1835/47 von links


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Teilansicht der Jägerbüchse von rechts
Perkussionsschloss mit Pistonsicherung und Stecherabzug


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Teilansicht der Jägerbüchse von links


Patent

Teilansicht der Jägerbüchse von oben auf Patentschwanzschraube und Perkussionsschloss mit Pistonsicherung


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Mündungspartie der Jägerbüchse mit Korn aus Messing und angeschweißten Pflanzhaken für den Hirschfänger M/1810


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Mündungspartie der Jägerbüchse von rechts mit vorderem Riemenbügel


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Mündungspartie der Jägerbüchse von links.
Das lange Mundblech aus Messing deutet auf eine frühe Fertigung der Ursprungsbüchse hin.


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Aufsicht der Visierung mit zwei aufstellbaren Kimmenblättern


Klappe

Teilansicht der Visierung mit aufgestelltem Kimmenblatt


HSchaft

Hinterschaft mit Kolbenfach zur Aufbewahrung einer Kugelzange


Trup

Truppenstempel auf der Schaftkappe 3. Kompanie Waffe 186


Die Preußische Jägerbüchse

Die Preußische Jägerbüchse M1810 (oft auch als Neue Corpsbüchse oder im Zuge der anschließenden Serienfertigung als M1811 bezeichnet) durchlief genau wie ihr österreichisches Gegenstück eine tiefgreifende Evolution. Ihre Geschichte erstreckt sich von den Befreiungskriegen gegen Napoleon bis hin zur technologischen Revolution Mitte des 19. Jahrhunderts.

Hier ist die historische Abhandlung zur preußischen Büchse und ihren Modernisierungen um 1835 und 1847.

Ursprung: Die Jägerbüchse M1810 / M1811
Nach der verheerenden Niederlage Preußens gegen Napoleon im Jahr 1806 leitete das Land tiefgreifende Heeresreformen ein. In diesem Zuge wurde für die preußischen Jäger- und Schützenbataillone eine neue Standardwaffe entwickelt: die Jägerbüchse M1810.
 
Waffentyp: Ein hochwertig verarbeiteter Vorderlader mit einem Steinschloss und einem achtkantigen, gezogenen Lauf.

Eigenschaften: Die Waffe besaß ein Kaliber von ca. 16 mm, ein Messingkorn, ein Standvisier mit Klappen für unterschiedliche Distanzen sowie einen präzisen deutschen Stecherabzug (Haarabzug für präzises Schießen). Am Schaft befand sich ein markanter Kolbenschuber (Fach für Pflaster und Utensilien).

Nahkampf: Für den Nahkampf konnte ein langer Hirschfänger (eine Art Bajonett-Messer) aufgepflanzt werden. Sie war die präziseste Waffe der preußischen Armee in den Befreiungskriegen
(1813–1815).

Die erste Modernisierung um 1835: Umänderung auf Perkussion (UM)

In den 1830er Jahren entschied die preußische Militärführung, die zuverlässigen, aber wetteranfälligen Steinschlossbüchsen auf das moderne Perkussionssystem (Zündung mittels Zündhütchen) umzurüsten.

Die Änderung (U/M): Ab 1835 wurden die noch im Dienst befindlichen Steinschlossbüchsen aptiert (umgebaut). So entstand das Modell M1810/35 U/M (bzw. M1811/35 U/M).

Technische Umsetzung: Das Steinschloss wurde demontiert. Die Schlossplatte wurde für den neuen Steinhahn (nun ein Perkussionshammer) modifiziert und ein Piston (Zündkegel) aufgeschraubt. Die Truppe profitierte sofort von einer extrem verringerten Anzahl an Fehlzündungen bei Regen oder Wind.

Parallelproduktion: Da das System so erfolgreich war, wurden ab 1835 auch fabrikneue Perkussionsbüchsen (Modell M1835) direkt in den Gewehrfabriken (wie Potsdam oder Suhl) gebaut.

Die zweite Modernisierung um 1847: Das System Thouvenin
Die weitreichendste ballistische Verbesserung erfolgte um 1847. Bis zu diesem Zeitpunkt war das Laden von gezogenen Büchsen mühsam, da die Kugel mit einem Pflaster und dem Ladestock fest in die Züge gepresst werden musste. Das französische System Thouvenin löste dieses Problem.

Das Prinzip: In die Schwanzschraube am Ende des Laufs wurde ein kleiner, stählerner Dorn eingebaut. Beim Laden fiel das Pulver um den Dorn herum. Das neuartige, längliche Projektil (Spitzgeschoss) lag auf dem Dorn auf.

Der Staucheffekt: Der Schütze schlug mit dem Ladestock zweimal kräftig auf das Geschoss. Dadurch stauchte sich das Blei auf dem Dorn und presste sich perfekt in die Züge des Laufs.

Der Umbau (M1810/35/47 UM): Ab 1847 wurden die Büchsen mit diesen Patentschwanzschrauben mit Dorn nachgerüstet und erhielten zudem eine neue, präzisere Visierung für die gesteigerte Reichweite der Spitzgeschosse. 

Historische Bedeutung
Die Jägerbüchse M1810/35/47 UM ist ein Paradebeispiel für preußische Wirtschaftlichkeit und Detailgenauigkeit. Durch die zweifache Modernisierung (erst Perkussion, dann Dornsystem) blieb eine Waffe, deren Grundkonzeption aus der napoleonischen Ära stammte, bis weit in die 1850er Jahre hinein absolut konkurrenzfähig.
Sie wurde von den preußischen Jägern unter anderem bei der Niederschlagung der Märzrevolution 1848 sowie im Schleswig-Holsteinischen Krieg (1848–1851) erfolgreich eingesetzt, bevor sie in den 1850er Jahren schrittweise durch das revolutionäre Dreyse-Zündnadelgewehr (einen Hinterlader) abgelöst wurde.

Dieser Text wurde mit KI generiert.


Literaturhinweise

Arnold Wirtgen
Handfeuerwaffen und preußische Heeresreform 1807 bis 1813 Band 3
ISBN 3 8132 0292 5
Arnold Wirtgen
Die preußischen Handfeuerwaffen Band 16
ISBN 3 7637 6250 7
Hans-Dieter Götz
Militärgewehre und Pistolen der Deutschen Staaten 1800 - 1870
ISBN 3 87943 533 2

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