Aptierter Chassepot Yatagan für Dreyse Jägerbüchse M/1865


Das für die preußische Dreyse Jägerbüchse M/1865 aptierte (angepasste) französische
Chassepot-Bajonett Mle 1866 ist ein faszinierendes und seltenes Belegstück der deutschen
Militärgeschichte aus der Zeit des Deutsch-Französischen Krieges (1870/71) und der Jahre
direkt danach.

Der historische Hintergrund
Während des Krieges erbeutete die preußische Armee enorme Mengen an französischen
Chassepotgewehren Mle 1866 samt den dazugehörigen Bajonetten. Da die Produktion der
preußischen Gewehre und Seitengewehre mit dem Bedarf kaum Schritt halten konnte, suchte
man nach Wegen, das hochwertige französische Material sinnvoll weiterzuverwenden.
Gleichzeitig gab es bei den preußischen Jägerbataillonen, die mit der Dreyse Jägerbüchse
M/1865 ausgerüstet waren, einen Engpass bei den originalen Seitenwaffen, dem Hirschfänger
M/65. Um diesen Mangel zu beheben, wurden erbeutete französische
Chassepot-Yatagan-Bajonette so modifiziert (aptiert), dass sie auf die preußische Jägerbüchse
passten
.

Text wurde mit KI erstellt.

 

Chassepot fuer Dreyse Zuendnadel Jaegerbuechse M1865

Chassepot Yatagan (Säbelbajonett) aptiert für eine Dreyse Jägerbüchse M/1865 Quartseite


Chassepot fuer Dreyse Zuendnadel Jaegerbuechse M1865 terz

Chassepot Yatagan (Säbelbajonett) aptiert für eine Dreyse Jägerbüchse M/1865 Terzseite


Chassepot_Detail_quart

Teilansicht Chassepot Yatagan (Säbelbajonett) aptiert für eine Dreyse Jägerbüchse M/1865 Quartseite


Chassepot_Stempel_quart

Detailansicht Chassepot Yatagan (Säbelbajonett) aptiert für eine Dreyse Zündnadel Jägerbüchse M/1865 Quartseite

Nummerngleicher Truppenstempel Auf Parierstange und Scheide ( 42.L.I 2.113. ) [1]


Chassepot fuer Dreyse Zuendnadelbuechse M/1865 Terzseiteite

Teilansicht Chassepot Yatagan (Säbelbajonett) aptiert für eine Dreyse Jägerbüchse M/1865 Terzseite


Chassepot_Stempel_terz

Detailansicht Chassepot Yatagan (Säbelbajonett) aptiert für eine Dreyse Jägerbüchse M/1865 Terzseite

Nummernstempel 35 auf Parierstange sowie Abnahmestempel auf dem Tragehaken

Bei dem hier beschriebenen Chassepot Yatagan wurde das Messinggefäß ( der Griff ) durch ein ca. 10 mm breites Zwischenstück

aus Messing direkt hinter der Parierstange verlängert. Durch das Einfügen dieses Passstücks und die entsprechende

Verlängerung der Klingenangel wanderte die Griffeinheit nach hinten, wodurch die Bajonettwarze der

Dreyse-Jägerbüchse M/1865 ohne Änderungen am Verriegelungsmechanismus passte.

 


Detailansicht des erweiterten Laufringes fuer die Jaegerbuechse Dreyse M/1865

Detailansicht des auf ca 22mm aufgeweiteten Laufring zur Befestigung des Yatagans auf eine Dreyse Jägerbüchse M/1865

Aptierung des Mündungsrings für die Jägerbüchse M/1865

Für die Aptierung zur Jägerbüchse M/1865 musste der Mündungsring des Yatagans Mle 66 wegen des größeren Laufdurchmessers

der Preußischen Zündnadel Jägerbüchse auf etwa 22 mm aufgeweitet werden. Hierzu wurde die originale Stellschraube entfernt und der Ring aufgebogen.

Die dabei entstandene, etwa 1 cm breite Öffnung wurde durch ein eisernes Einsatzstück geschlossen und dieses anschließend vernietet

und wie auf der Abbildung sichtbar auch verlötet. Damit war der Mündungsring für das Aufpflanzen auf die Jägerbüchse M/1865 eingerichtet.

Text wurde mit KI erstellt.


Herstellermarkierung auf dem Klingenrücken

Herstellergravur auf dem Klingenrücken (Leider nur noch schwierig lesbar)

Mre Impal de Tulle février 1868


[1] Der preußische Truppenstempel   42.L.I.2.113   lässt sich wie folgt auflösen: 42.
Landwehr-Infanterie-Regiment, 2. Kompagnie, Waffe Nummer 113.
Die Aufschlüsselung im Detail

● 42. = Nummer des Regiments (42. Regiment)
● L.I. = Landwehr-Infanterie
● 2. = Nummer der Kompagnie (2. Kompagnie)
● 113 = Waffennummer (die fortlaufende Nummer der Waffe innerhalb dieser Kompagnie)

Historischer Hintergrund
Diese Art der Stempelung entspricht den offiziellen preußischen Kennzeichnungsvorschriften für
Handfeuerwaffen und Blankwaffen. Das 42. Landwehr-Regiment (oft verknüpft mit dem 5.
Pommerschen Infanterie-Regiment Nr. 42) wurde im Ernstfall durch einberufene Reservisten
und Landwehrmänner aufgefüllt, welche dann mit den so gestempelten
Ausrüstungsgegenständen ausgestattet wurden.

Text wurde mit KI erstellt.


Literaturhinweise

Rüdiger W.A.Franz
Preußisch-deutsche Seitengewehre 1807 -1945
Band I Seite 88
Rüdiger W.A.Franz
Preußisch-deutsche Seitengewehre 1807 -1945
Band IV Seite 246
Sebastian Thiem
Auf Deutsch getrimmt
DWJ 01/2013 Seite 85

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